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Fachbeitrag / Brustkrebs-Theraphie

Brustkrebs-Therapie

2015

Die chirurgische Therapie und die notwendige Bestrahlung werden zunehmend den individuellen Gegebenheiten angepasst.

Einbringen einer kugelförmigen Bestrahlungsquelle

Nicht nur die medikamentöse Therapie hat Fortschritte in der individuell abgestimmten Therapie des Brustkrebs gemacht. Auch die chirurgische Therapie und die bei brusterhaltender Operation meist notwendige Bestrahlung werden zunehmend den individuellen Gegebenheiten angepasst.
Moderne chirurgische Techniken erlauben die Entfernung auch grösserer Tumoren unter Erhaltung des umliegenden Brustdrüsengewebes, welches zur Rekonstruktion einer befriedigenden Brustform dient. Dank der Wächter-Lymphknotenbiopsie (Sentinel-Lymphknoten) können nicht befallene Lymphknoten der Achselhöhle geschont werden. Der nächste Schritt in Richtung individualiserte Therapie ist die intraoperative Bestrahlung. Dabei wird das umgebende Brustdrüsengewebe nach Entfernung des Brustkrebses durch Einbringen einer kugelförmigen Bestrahlungsquelle in die Wundhöhle gezielt bestrahlt. Die Bestrahlung erfolgt unter Kontrolle des Spezialarztes für Radiotherapie und des Physikers während der Operation, was die Narkosezeit um 15 bis 40 Minuten verlängert, je nach Grösse der eingebrachten Kugel (siehe Bild).
Bei speziellen Patientinnen mit niedrigem Risiko für einen Rückfall in der operierten Brust kann die intraoperative Radiotherapie die postoperative Nachbestrahlung ganz ersetzen, sodass fünf bis sechs Wochen Bestrahlung eingespart werden können. Diesbezüglich beteiligt sich das Brustzentrum Thurgau an grossen internationalen Studien, welche die Sicherheit dieser neuen Therapieform weiter untersuchen. Eine weitaus grössere Anzahl von Patientinnen kann jedoch von der intraoperativen Bestrahlung profitieren, indem die gezielte Bestrahlung des ehemaligen Krebssitzes entfällt, was die Zeit der Nachbestrahlung um ein bis zwei Wochen verkürzt. Das Brustzentrum Thurgau, welches die Kantonsspitäler Frauenfeld und Münsterlingen umfasst, setzt diese Methode seit über drei Jahren mit speziellen Nachkontrollen der Patientinnen ein und verzeichnet keine Steigerung der Nebenwirkungen wie zum Beispiel Wundinfekte oder Hautschädigung. Diese ermutigenden Resultate stimmen zuversichtlich, dass eine weitere Individualisierung der Brustkrebs- Therapie Realität wird.

Autor

PD Dr. Mathias Fehr

Chefarzt Frauenklinik Frauenfeld,
Leiter Brustzentrum Thurgau