Unternehmensbeitrag / Interview / Rehabilitation

«Eine ganzheitliche Rehabilitation ist für Krebspatienten unerlässlich»

Von Klinik Schloss Mammern · 2015

Vertrauen in den eigenen Körper, neue Lebenskraft und Zuversicht suchen Menschen nach einer Krebserkrankung.

In der Klinik Schloss Mammern können Patienten Kraft tanken und sich von den Strapazen der Erkrankung erholen. Dr. med. Ruth Fleisch-Silvestri über den Stellenwert der ganzheitlichen Rehabilitation.

Warum ist ein Aufenthalt in der Klinik Mammern besonders für Patienten geeignet, die einen disziplinübergreifenden Ansatz brauchen?

Bei der Rehabilitation von onkologischen Patienten stehen die Auswirkungen der Krebserkrankung, aber auch die Folgen der Therapie im Vordergrund, häufig zudem anderweitige Begleiterkrankungen. Nur mit interdisziplinärem Ansatz lassen sich die angestrebten Verbesserungen auf den verschiedenen Ebenen erzielen. Unser Ärzteteam besteht aus breit ausgebildeten Internisten mit Subspezialitäten, zudem diversen Konsiliarärzten insbesondere auch mit einem Onkologen. Neben Pflegefachpersonen mit allgemeiner Erfahrung in der Rehabilitation sind diplomierte Wundexperten und Stomatherapeuten im Einsatz. Physio-, Ergo- und Sporttherapeuten setzen ein individuelles Therapieprogramm um – je nach Krankheitssituation einzeln oder in Kleingruppen.

Welche Rolle spielt die Lage der Klinik bei der Reha? Welche die Ernährung? Welche Bedeutung haben die Angehörigen?

Die Klinik Mammern liegt am Untersee in einem 40’000 Quadratmeter grossen Park mit altem wunderschönem Baumbestand. Der Patient kann sich dort erholen und die Seele baumeln lassen. Auch Therapieangebote wie Terraintraining und Walking finden im Park statt. Die Ernährung ist ein wichtiger Pfeiler der onkologischen Rehabilitation. Nahezu alle Betroffenen sind mangelernährt, sie leiden an Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Mit Nahrungsanreicherung und gegebenenfalls Zusatzprodukten wird die nötige Kalorien- und Proteinmenge angeboten. Unsere Ernährungsberaterinnen begleiten die Patienten und integrieren ihre individuellen Vorlieben. Die Hotellerie trägt mit gepflegter Küche und professionellem Service – möglichst im geselligen Ambiente des Speisesaals – zur Besserung der Ernährungssituation bei. Den Angehörigen kommt bei Tumorpatienten eine wichtige Rolle zu. Sie sind von Beginn an in das Rehabilitationskonzept eingebunden, unter anderem finden gemeinsame Gespräche mit dem betreuenden Arzt, der Ernährungsberaterin und dem Psychiater statt. Frühzeitig wird die Versorgung nach dem Austritt geplant.

Woher kommen Ihre Patienten? Eher aus der Schweiz oder dem Ausland? Wie viele können Sie behandeln?

Unsere Patientinnen und Patienten kommen in erster Linie aus der Schweiz. Bis heute können wir alle zugewiesenen onkologischen Patientinnen und Patienten zeitnah aufnehmen.

Was bedeutet, der Patient müsse in seinem ganzen Sein gestärkt werden? Verfolgen Sie einen ganzheitlichen Ansatz?

Ein ganzheitlicher Ansatz bestimmt den gesamten Rehabilitationsablauf. Es geht darum, alle Ebenen der Beeinträchtigung von Funktionen, Aktivitäten, Autonomie sowie der Teilnahme am sozialen Leben zu erkennen und umfassende Verbesserungen anzustreben.

Was machen Sie anders oder besser als andere Krebs-Reha-Zentren? Welche Erfolge können Sie verzeichnen?

Gemeinsam mit dem Patienten werden bei Eintritt die Ziele der Rehabilitation festgelegt. Hauptsächlich sind dies Verbesserungen bei der allgemeinen Müdigkeit, der körperlichen Dekonditionierung, der Mangelernährung und eine psychische Stabilisierung. Während der meist zwei- bis dreiwöchigen Dauer wird unter ärztlicher Leitung mit einem individuellen Therapieprogramm, einer engmaschigen Ernährungsberatung, einer psychoonkologischen Betreuung und mit Seminarien zu krankheitsbezogenen Themen auf diese Ziele hingearbeitet. Als Erfolg sehen wir bei Austritt Patienten, die wieder mehr Appetit haben und ihr Gewicht oft sogar steigern konnten, die wieder mobil und in ihren Alltagsaktivitäten autonom sind sowie gestärkt und mit Zuversicht weitestgehend selbstständig in ihren Alltag zurückkehren können.

Mit welchen typischen Problemen kommen die Patienten zu Ihnen? Können Sie ein Beispiel nennen?

Hier möchte ich den Fall einer 53-jährigen Patientin schildern. Bei ihr wurde im Mai dieses Jahres ein Dickdarmkrebs mit Lymphknotenbefall operiert, anschliessend ambulant eine Chemotherapie durchgeführt. Darunter kam es zum Abfall der weissen Blutzellen und zu einer Dickdarmentzündung mit erneuter Behandlung im Akutspital. Bei Eintritt zur Rehabilitation war die Patientin deutlich geschwächt. Sie konnte wenige Schritte am Rollator gehen und benötigte Hilfe zum An- und Auskleiden. Seit Erkrankungsbeginn hatte sie 20 Kilogramm abgenommen und klagte weiterhin über Appetitlosigkeit. Psychisch war sie deprimiert, verunsichert und dünnhäutig. So startete diese Patientin in die onkologische Rehabilitation in der Klinik Schloss Mammern.

​Im Interview

Dr. med. Ruth Fleisch-Silvestri
Chefärztin der Klinik Schloss Mammern
www.klinik-schloss-mammern.ch