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Klinikbeitrag / Lungenkrebs

Husten – immer harmlos?

Von St. Claraspital AG · 2015

Heute wird meist «geschlossen», das heisst durch sehr kleine Schnitte, operiert. Dadurch verringern sich Schmerzen und Wundkomplikationen.

Husten ist insbesondere in den Wintermonaten häufig und kann vielfältige Ursachen haben. Chronischer Husten kann ein erster Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung wie Lungenkrebs sein und sollte frühzeitig abgeklärt werden. Lungenkrebs führt von allen Tumorarten am häufigsten zum Tode. Die Früherkennung ist daher entscheidend, um eine Heilung erzielen zu können.

Viele Raucher haben morgendlichen Husten mit Auswurf, den «Raucherhusten», sehen diesen aber als normal an. Gerade Raucher sollten jedoch einen chronischen Husten nicht auf die leichte Schulter nehmen. Er ist ein erstes Zeichen einer COPD, der chronischobstruktiven Lungenerkrankung oder «Raucherlunge». Vor allem wenn sich die Art oder der Schweregrad des Hustens ändert, Warnsymptome wie blutiger Auswurf, Schmerzen, Gewichtsabnahme oder Atemnot hinzukommen, ist eine Weiterabklärung angezeigt. Der Hausarzt wird ein Röntgenbild anfertigen und die Lungenfunktion untersuchen, um wichtige Erkrankungen wie eine COPD oder auch einen Lungenkrebs möglichst früh diagnostizieren zu können.

Im PET werden auch die Ableger des Tumors sichtbar

Diagnosestellung

Lungenkrebs ist eine häufige Erkrankung und stellt sowohl bei Männern wie neuerdings auch bei Frauen die häufigste Krebstodesursache dar. Hauptrisikofaktor ist das Zigarettenrauchen, wobei bestimmte Lungenkrebsarten selten auch bei Nichtrauchern vorkommen können. Leider verursacht ein Lungenkrebs keine eindeutigen Frühsymptome, die hinweisend wären. Gerade die Früherkennung ist jedoch entscheidend, um im Falle eines Lungentumors eine Heilung erzielen zu können. Bei Beschwerden wie neu aufgetretenem Husten, Auswurf oder Atemnot sollte deshalb die Lunge geröntgt werden. Auf den Röntgenbildern sind eventuell Rundherde oder flächenhafte Verschattungen zu sehen, die dann mit einer Computertomografie genauer dargestellt werden können. Anschliessend kann mittels einer Lungenspiegelung (Bronchoskopie) aus dem betroffenen Gebiet gezielt Gewebe und Zellmaterial entnommen werden.
Die Bronchoskopie kann ambulant durchgeführt werden und ist für die Patienten schmerzfrei und wenig belastend. Der Pathologe kann aus dem gewonnenen Material das Vorliegen eines Krebses und die genaue Tumorart diagnostizieren. Nach der Diagnosestellung müssen zur Planung der optimalen Behandlung die Tumorausbreitung und allfällige Ableger (Metastasen) untersucht werden. Dies geschieht mit markiertem Traubenzucker in der sogenannten Positronen-Emissions-Tomografie (PET) (s. Abb.)

Massgeschneiderte Therapie

Kennt man die genaue Diagnose und das Ausbreitungsstadium des Tumors, wird gemeinsam von Lungenspezialisten, Thoraxchirurgen, Krebsspezialisten und Bestrahlungsspezialisten eine massgeschneiderte Therapie für den einzelnen Patienten zusammengestellt. Die Therapie des Lungenkrebses reicht von der minimal-invasiven Chirurgie für kleine Tumoren bis hin zur komplexen Kombinationsbehandlung mit Chirurgie, Bestrahlung und Chemotherapie bei weiter fortgeschrittener Erkrankung.
Die Prognose des Lungenkrebses ist stark abhängig von der Tumorausdehnung bei Diagnosestellung. Kleine Tumoren ohne Metastasen können chirurgisch vollständig entfernt werden, wobei heute auch die Schlüsselloch-Chirurgie oder Operationen über schonende, kleinere Zugänge zur Anwendung kommen. Nach kurzem Spitalaufenthalt können diese Patienten mit sehr guter Prognose nach Hause entlassen werden. Dank neuer, gut verträglicher Therapieformen können heute auch ältere Patienten oder Patienten mit Begleiterkrankungen gezielt behandelt werden. Die Entwicklung neuer Anti-Tumor-Medikamente erlaubt heute auch bei fortgeschrittenen Tumoren eine gezielte, gut verträgliche und wirksame Behandlung, sofern bestimmte Mutationen an den Tumorzellen nachgewiesen werden können.
Die Diagnose eines Lungenkrebses belastet Betroffene und Angehörige sehr stark. Oft steht auch ein ungutes Gefühl im Raum, den Tumor durch zurückliegendes Zigarettenrauchen selbst mitverschuldet zu haben. Die Unterstützung und Begleitung der Betroffenen ist deshalb bei diesem Krebs besonders wichtig und muss Teil der Behandlungskette sein. Am Tumorzentrum des Claraspitals sind alle diese Abklärungs- und Behandlungsmethoden unter einem Dach verfügbar.
Die frühe Entdeckung eines Tumors ist für die Behandlungschancen entscheidend. Aus diesem Grund lohnt es sich, unklare Symptome ernst zu nehmen und früh abzuklären!

Zu den Autoren:

Prof. Dr. med. Markus Solèr, Chefarzt Pneumologie St. Claraspital Basel
PD Dr. med. Ladina Joos Zellweger, Oberärztin Pneumologie St. Claraspital Basel

 

Das ärztliche Team der Lungenabteilung am Claraspital (von links): Prof. Dr. Markus Solèr, Dr. Paul Buser, PD Dr. Ladina Joos Zellweger, Dr. Anna-Maria Balestra, Dr. James Habicht (Lungenchirurgie)

Kontakt

St. Claraspital AG
Kleinriehenstrasse 30
CH-4058 Basel
T: +41 61 685 85 85
E: scs@claraspital.ch
www.claraspital.ch