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Unternehmensbeitrag / Interview / Palliative Care

«Im Zentrum steht der kranke Mensch»

Von Spitex Zürich · 2015

Die palliative Versorgung gewinnt hierzulande zunehmend an Bedeutung.
Barbara Steiner zeigt auf, wofür Palliative Care steht und wo es noch Nachholbedarf gibt.

Palliative Care versucht Patienten eine angepasste optimale Lebensqualität zu bieten.

Was bedeutet der Begriff Palliative Care ganz genau?

Palliative Care umfasst die Betreuung und Behandlung von Menschen mit unheilbaren und/ oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. Eine Heilung ist nicht primäres Ziel. Vielmehr geht es darum, eine angepasste optimale Lebensqualität zu bieten und störende Symptome zu lindern. Palliative Care beugt Leiden und Komplikationen vor, wobei medizinische Behandlungen, Pflege und psychologische, soziale und spirituelle Unterstützung eingeschlossen sind.

Was können palliative Einrichtungen für Schwerstkranke leisten?

Markant ist insbesondere die äusserst professionelle Pflege schwer kranker Menschen. Dies geschieht immer im interdisziplinären Kontext. Eine grosse Bedeutung kommt dem Erfassen der individuellen Bedürfnisse und Wünsche der kranken Person zu. Dies gelingt nur, wenn wir zuhören und somit auch verstehen können, was die Person möchte und was nicht.

Welche Rolle spielt dabei die Spitex?

Die Spitex, die für spitalexterne Hilfe und Pflege zu Hause steht, ist häufig bei der Pflege der kranken Menschen involviert. Die meisten Menschen möchten in der vertrauten Umgebung leben, auch wenn sie schwer krank sind. Ihre An- und Zugehörigen leisten einen enormen Anteil an Hilfe. Auch sie brauchen Beratung und grosses Wissen in Bezug auf eine schwere Krankheit. Hierfür sind die Spitex und die spezialisierten Dienste der Palliative Care da.

Wie ist derzeit die palliative Versorgung in der Schweiz? Woran fehlt es noch?

Der Zugang zur Palliative Care ist in der Schweiz noch lange nicht umgesetzt. Viele Regionen haben kaum ausgebildete Fachpersonen. Auch fehlt es Hausärztinnen und -ärzten an spezialisiertem Wissen und Erfahrung in der palliativen Versorgung. Man ist dabei, die ärztliche wie auch die pflegerische Fort- und Weiterbildung weiter auszubauen und zu verankern.

Wodurch ist die nationale Strategie Palliative Care gekennzeichnet?

Das Hauptziel liegt darin, dass Bund und Kantone die Palliative Care gemeinsam mit den wichtigsten Akteuren im Gesundheitswesen verankern.

Wie lassen sich diese Ziele rasch umsetzen?

Alle an der Pflege Beteiligten müssen Mut, Engagement und grosses Fachwissen haben, damit eine komplexe Betreuung gelingen kann und auch finanziert wird. Wir sind als Individuen und auch als Gesellschaft gefordert: Wie wollen wir unser Leben (bis zum Ende) gestalten? Wie steht es um den Wert der Einzigartigkeit? Es ist ein Weg voller Veränderungen, er birgt aber auch Chancen und fordert letztlich alle heraus, mit der Verantwortung im Leben wie im Sterben umzugehen. Denn: «Was alle angeht, können nur alle angehen.» (Zitat aus: A. Heller, Kultur des Sterbens, Lambertusverlag 2000)

​Im Interview

Barbara Steiner
Leitung Fachstelle Palliative Care
Spitex Zürich