Eierstockkrebs

Je eher erkannt, desto besser behandelbar

Von Gabriele Hellwig · 2014

Gebärmutterkörperkrebs, Eierstockkrebs und Gebärmutterhalskrebs sind leider keine seltenen Krebserkrankungen bei Frauen.
Die Prognosen sind sehr unterschiedlich.

Rund 900 Frauen erkranken jedes Jahr in der Schweiz neu an Gebärmutterkörperkrebs, 600 an Eierstockkrebs und 240 an Gebärmutterhalskrebs. Zum Vergleich: An Brustkrebs erkranken 5‘500 Schweizerinnen pro Jahr. Dennoch zählen Unterleibstumore prozentual mit zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen.
Die gute Nachricht: Viele Frauen können geheilt werden, wobei bösartige Tumore der Gebärmutter besser zu behandeln sind als Tumore des Eierstocks. Die schlechte Nachricht: Nach Angaben der Krebsliga Schweiz sterben jedes Jahr 430 Frauen an Eierstockkrebs, 210 an Gebärmutterkörperkrebs sowie 85 an Gebärmutterhalskrebs.

Krebs des Gebärmutterkörpers macht fast 6 Prozent aller Krebserkrankungen bei Frauen aus

Der Gebärmutterkörperkrebs entsteht aus Zellen der Gebärmutterschleimhaut. Erste Symptome können ungewöhnliche Blutungen oder übel riechender Ausfluss aus der Scheide sein. Bei Frauen vor den Wechseljahren weisen Blutungen zwischen den Menstruationen oder ungewöhnlich heftige Monatsblutungen auf eine Krebserkrankung hin.
Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem 50. Altersjahr stark an: Rund die Hälfte der Patientinnen ist zum Zeitpunkt der Diagnose 50 bis 69 Jahre alt, 44 Prozent sind 70 Jahre oder älter.
Zur Diagnose führt der Arzt einen Ultraschall der Unterleibsorgane durch. Anschliessend folgt eine Spiegelung der Gebärmutter von der Scheide aus. Dabei werden auch Gewebeproben von der Gebärmutterschleimhaut entnommen.
Gebärmutterkörperkrebs wird fast immer operiert. Dabei müssen die Gebärmutter, die Eileiter und die Eierstöcke vollständig entfernt werden. Je nach Ausbreitung des Krebses folgt nach der Operation eine Strahlentherapie. In fortgeschrittenen Stadien kommt auch eine Chemo- oder Hormontherapie infrage. Die Heilungschancen gelten beim Gebärmutterkörperkrebs als gut.

Eierstockkrebs wird meist erst spät erkannt

Wie fast jede Krebsart entsteht Eierstockkrebs aus Zellen, die unkontrolliert wachsen. Im späteren Stadium bildet der Tumor dann Metastasen, die sich im umgebenden Gewebe ausbreiten, etwa in der Bauchhöhle.
Das Problem des Eierstockkrebses: Es gibt keine Früherkennung und die betroffenen Frauen haben anfangs meistens keine Beschwerden. Erst später treten Symptome wie Anschwellen des Bauchs, Völlegefühl und Zyklusstörungen auf. Bei 60 Prozent der Patientinnen ist der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnosestellung schon im fortgeschrittenen Stadium. Leider wächst der Tumor auch relativ schnell.
Die Ursachen für die Entstehung der Erkrankung sind nicht genau bekannt. Die Vererbung spielt eine grosse Rolle und auch Übergewicht. Das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu. Häufiger betroffen sind kinderlose Frauen. Geburten und Stillen senken das Risiko – genauso wie die Einnahme der Antibaby-Pille im gebärfähigen Alter. Hat sich der Eierstockkrebs noch nicht allzu weit ausgebreitet, wird operiert. Dabei müssen der betroffenen Frau beide Eierstöcke entfernt werden. Auf die Operation folgt fast immer eine Chemotherapie.
Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser – das gilt beim Eierstockkrebs ganz besonders. Die Heilungschancen sinken drastisch, wenn sich bereits Metastasen in der Bauchhöhle entwickelt haben. Eine auf die Eierstöcke begrenzte Erkrankung hingegen hat eine sehr gute Prognose.

Gebärmutterhalskrebs kann man vorbeugen

Gebärmutterhalskrebs gehört zu den Krebsarten, die früh erkannt und behandelt werden können. Dieser Tumor entwickelt sich aus den Schleimhautzellen des Gebärmutterhalses oder des Muttermundes.
Bei fast allen Frauen, die an Gebärmutterhalskrebs erkranken, liegt eine chronische Infektion mit humanen Papillomaviren (HP-Viren oder HPV) vor. Die HP-Viren werden hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr übertragen. Meist merkt man nichts von dieser Infektion und sie verschwindet in der Regel auch wieder von allein. In einigen Fällen jedoch wird die Infektion chronisch und dadurch steigt das Risiko, dass Zellen entarten.
Mädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren können sich im Rahmen der kantonalen Impfprogramme kostenlos gegen HPV impfen lassen. Die Impfung sollte möglichst vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen, damit ein optimaler Schutz besteht. Gegen bereits vorhandene Infektionen ist die Impfung wirkungslos.
Frauen sollten regelmässig einen Krebsabstrich machen lassen. Dabei kann eine Krebsvorstufe oder auch ein Krebs entdeckt werden. Auch für geimpfte Frauen ist der Krebsabstrich empfehlenswert, denn die HPV-Impfung schützt nicht vor allen HP-Viren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Die beste Vorbeugung vor Gebärmutterhalskrebs ist aber, Kondome beim Geschlechtsverkehr zu benutzen.