Lungenkrebs

Kampf an allen Fronten

Von Svenja Runciman · 2015

Neue Studien und Diagnosemöglichkeiten machen Hoffnung bei der Prävention und Therapie von Lungenkrebs. Wichtig ist in diesem Zusammenhang vor allem die Früherkennung.

Bronchialkarzinome verursachen im Frühstadium keinerlei Beschwerden

Eines der populärsten Schlagworte bei der Krebstherapie ist auch beim Bronchialkarzinom die individualisierte Therapie, mit deren Hilfe jeder Patient die für ihn persönlich am besten geeignete Behandlung erhalten soll. Zu diesem Zweck können nach der Diagnose eines Bronchialkarzinoms beispielsweise Tumorzellen entnommen werden, um abzuklären, wie aggressiv der Tumor ist, da nicht alle Unterformen gleich auf die einzelnen Therapien ansprechen. Weiteren Einfluss auf die gewählte Therapie können molekulargenetische Untersuchungen haben, bei denen nach Rezeptoren oder im Tumor enthaltenen Signalstoffen Ausschau gehalten wird. Darunter fällt beispielsweise der EGFR-Mutationstest, mit dessen Hilfe festgestellt werden soll, ob ein bestimmter Rezeptor für das übermässige Wachstum des Tumors verantwortlich ist.

Die Prognosen verbessern

Ein Problem ist, dass Bronchialkarzinome im Frühstadium in der Regel keinerlei Beschwerden verursachen und die Erkrankung häufig nur zufällig entdeckt wird, beispielsweise bei einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs aus anderem Anlass. Gerade dieser Krebs streut jedoch aus der Lunge heraus häufig in andere Organe und bildet Metastasen. Eine entscheidende Verbesserung für die Prognosen wäre es daher, wenn sich Lungenkrebs durch eine Vorsorgeuntersuchung im Frühstadium nachweisen liesse. Genau daran arbeiten zurzeit israelische Forscher am Weizmann Institut in Rehovot. Mithilfe eines Tests soll Lungenkrebs schon dann erkannt werden können, wenn auf Röntgenaufnahmen noch nichts Auffälliges zu entdecken ist. Bei diesem Test spielen drei Enzyme eine Rolle, die für die Zellenheilung zuständig sind und offenbar eine entscheidende Rolle bei der Abwehr von Lungenkrebs spielen. Ist die Konzentration dieser Enzyme im Blut zu gering, so bestehe für den Betroffenen ein deutlich höheres Risiko für Lungenkrebs.

Höhere Fitness, geringeres Risiko

Auf einen weiteren Faktor für die Entstehung von Lungenkrebs weisen die im März dieses Jahres veröffentlichten Ergebnisse einer umfangreichen Langzeitstudie unter Beteiligung verschiedener US-Universitäten hin: Die sogenannte kardiorespiratorische Fitness (CRF) zeigt, wie gut der Körper durch die Atmung und den Blutkreislauf mit Sauerstoff versorgt wird. Die Untersuchung an knapp 14’000 Männern zeigte, dass Männer mit einer hohen CRF seltener sowohl an Lungen- als auch an Darmkrebs erkrankten. Erkenntnisse wie diese können nicht zuletzt die Motivation für ein aktiveres Leben fördern und einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Krebserkrankungen leisten.