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Gastbeitrag

Personalisierte Medizin in der Onkologie

Von PD. Dr. med. Roger von Moos & PD Dr. med. Dr. phil. nat. Sacha Rothschild - SAKK · 2016

Die Erforschung molekularer Veränderungen in Krebszellen läuft auf Hochtouren.

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) erforscht und entwickelt neue Therapieansätze mit molekularer Onkologie.

Trotz beachtlicher Fortschritte in der Krebsforschung ist die Krebssterblichkeit immer noch bedeutsam. Mit der Gründung der Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie erhofft sich die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) bessere Kenntnisse über die molekularen Ursachen von Krebserkrankungen zu gewinnen, um neue Therapieansätze zu erforschen und zu entwickeln.

Mutationen der Gene

Die Forschung nach den Ursachen von Krebs und einer zielgerichteten Behandlung bösartiger Tumoren macht rasche Fortschritte. Indem wir nun molekulare Veränderungen in Krebszellen analysieren können, stehen wir am Anfang einer neuen Ära. Kennt man nämlich diese Veränderungen, kann man sie durch gezielte Medikamente blockieren und so den Tumor in seinem Wachstum hindern und im besten Fall zum Absterben bringen. Neue Technologien erlauben uns innert kurzer Zeit tausende dieser Veränderungen zu analysieren und innert Tagen die Resultate dieser genetisch molekularen Veränderungen zu erhalten. Immer klarer wird, dass man Krebs nicht mehr nur nach den Organen, in denen er auftritt, beurteilen und behandeln kann, sondern auch nach seiner genetischen Ausstattung, seinem genetischen Steckbrief. Denn die darin auftretenden genetischen Veränderungen sind entscheidend dafür, wie der Krebs sich verhält und wo er eben auch angreifbar ist. Alle Krebszellen tragen ihre unverwechselbaren genetischen Eigenschaften, die dazu führen, dass sie ausser Kontrolle geraten. Manchmal sind solche Veränderungen, beispielsweise Mutationen, bereits ererbt und erhöhen das Risiko einer Krebsentstehung, oder sie werden als Folge von Reparaturdefekten im Erbgut im Laufe des Lebens erworben. 

Neue zielgerichtete Therapien

Je besser man diese Details kennt und sichtbar machen kann, desto mehr wächst auch die Chance, wirksame und zielgerichtete Behandlungen entwickeln zu können. Dabei zeigt sich, dass eine Mutation allein nicht genügt, sie muss gleichzeitig der Hauptmotor sein, der die Zelle zum Wachstum anregt. Wir nennen dies eine «Driver»-Mutation. Solche Mutationen sind nicht mehr organspezifisch. Mit anderen Worten: Gewisse Medikamente können so bei schwarzem Hautkrebs genau so gut wirken wie bei bestimmten Formen von Lungenkrebs. Diese sogenannte molekulare Onkologie verändert derzeit die Behandlung von Krebs im fortgeschrittenen Stadium in atemberaubendem Tempo, indem mehr und mehr die Therapien anhand charakteristischer molekularer Eigenschaften gestaltet werden. Insbesondere Patientinnen und Patienten, die an einer seltenen Krebserkrankung leiden, kommt dies zugute. 

Aufgaben und Herausforderungen 

Die neuen technischen Entwicklungen in der molekulargenetischen Tumordiagnostik bringen auch viele neue Fragen und Herausforderungen mit sich. Zum einen ist mit den neuen Techniken die Menge relevanter Daten und möglicher Interpretationen im Vergleich zu früher exponentiell gestiegen, zum anderen ist die Bedeutung und Signifikanz von einzelnen genomischen Veränderungen für den einzelnen Patienten nicht immer klar beurteilbar. Hier stehen wir am Anfang einer Entwicklung, die enorme Auswirkungen auf die klinische Forschung und in der Zukunft auch auf die Therapie von Krebspatienten hat. Selbst häufige Erkrankungen wie etwa Lungenkrebs werden durch diese molekulare Diagnostik in seltene Kleingruppen unterteilt. Patientinnen und Patienten können dann individuell behandelt werden, was deutlich weniger Nebenwirkungen verursacht und die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung erhöht. Diese Analysen generieren riesige Datensätze, die es sicher zu speichern und zu bearbeiten gilt. Dies wird durch eine neue Berufsgruppe, den klinischen Bioinformatiker übernommen. Nur so kann ein hoher Standard in der Analyse- und Interpretationsqualität der Daten erzielt und damit zuverlässige Behandlungen erreicht werden. Diesen Herausforderungen der molekularen Onkologie stellt sich die neu geschaffene Arbeitsgruppe der SAKK als interdisziplinäre Plattform für Spezialisten der molekularen Onkologie und personalisierten Therapie in der medizinischen Onkologie/Hämatologie. 

Zu den Autoren

PD. Dr. med. Roger von Moos (Links)
SAKK Präsident 

PD Dr. med. Dr. phil. nat. Sacha Rothschild (Rechts)

Zum Unternehmen

Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK)
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T: +41 (0)31 389 91 91
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