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Klinikbeitrag / Hautkrebs

Sonne und Sonnenschutz

2014

Täglicher Sonnenschutz durch Verhalten, Kleidung und Sonnenschutzcreme schützt vor Hautkrebs.

Mit dem Frühling ist auch die Sonne in unseren Alltag zurückgekehrt. Wir freuen uns über die Helligkeit und die neu erstrahlende Farbigkeit um uns herum. Jedoch hat die erstarkende Sonne auch ihre Schattenseiten. Ein überraschender Sonnenbrand sollte uns daran erinnern, dass Sonnenschutz nicht vernachlässigt werden sollte. Guter Sonnenschutz ruht auf den drei Pfeilern von Verhalten, Kleidung und Sonnenschutzcreme. Schatten suchen sollte man betont zwischen 11 Uhr und 15 Uhr. Lange Ärmel und Hosen sowie eine Kopfbedeckung mit Sonnenbrille schützen zuverlässig die so bedeckte Haut. An dritter Stelle kommt die Sonnencreme, die die frei daliegende Haut schützt. Gute Sonnencreme hat einen hohen Lichtschutzfaktor LSF 25 und höher gegen UVB, deckt auch den Bereich von ultravioletten Strahlen A mit ab (Kennzeichnung UVA in Kreis auf Verpackung), ist wasserbeständig, sollte nach einer Stunde erneut aufgetragen und besonders nach Schwitzen oder Wasserkontakt wiederholt werden.
Der kurzfristige Sonnenschutz vor Sonnenbrand leuchtet uns intuitiv ein. Wir vergessen aber oft, dass auch ohne Sonnenbrand langfristig Sonnenschaden der Haut entsteht und sich über die Zeit ansammelt. Schauen Sie sich einen älteren Menschen in Badekleidung an und Sie werden unschwer erkennen können, dass die Gesichtshaut meist viel fleckiger, faltiger und schlaffer wirkt als diejenige des Rumpfes: Hier kann man die Lichtalterung der Haut durch chronischen Sonnenschaden direkt erkennen. Auf dem Boden dieses chronischen Sonnenschadens der Haut kommt es mit den Jahren und Jahrzehnten nicht nur zur kosmetischen Lichtalterung, sondern auch zur Entstehung von Hautkrebs.
Auf chronisch lichtgeschädigter Haut kommt es gehäuft zu schwarzem Hautkrebs, dem Melanom, und besonders zu weissem Hautkrebs. Aufgrund unserer gestiegenen Lebenserwartung und unserer üppigen Freizeitgestaltung liegt die Chance, weissen Hautkrebs zu erleiden, heute bereits bei einer von zehn Personen. Bei unserer zunehmenden Lebenserwartung nimmt diese Zahl zu, so dass ich mehr und mehr Patienten mit weissem Hautkrebs in meiner Sprechstunde behandle. Wenn auch die meisten Fälle von weissem Hautkrebs sicher zu heilen sind, entstehen doch Eingriffe, Beschwerden und Kosten durch diese Flut von weissem Hautkrebs. Meist bleibt es nicht bei einem weissen Hautkrebs, sondern es treten weitere Fälle bei derselben Person auf. Guter Sonnenschutz lohnt sich also nicht nur kurzfristig, sondern ganz besonders langfristig, um mit jüngerem Aussehen und weniger Hautkrebs ins Alter zu gehen.
Während wir alle von chronischem Sonnenschaden betroffen sind, gibt es Menschen mit erhöhtem Risiko für durch Sonnenschaden erzeugten Hautkrebs. Ein geschwächtes Immunsystem, wie es bei Organtransplantierten zur Abstossungsverhinderung durch Medikamente erzeugt wird, oder wie es bei chronisch lymphatischer Leukämie krankheitsbedingt eintritt, führt zu 60- bis 100-fach erhöhtem weissem Hautkrebs. Hier wandelt sich der weisse Hautkrebs von einer technischen Herausforderung gelegentlich zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Erhöhtes Hautkrebsrisiko finden wir in geringerem Masse auch bei entzündungshemmender Behandlung von chronischen Gelenkserkrankungen oder entzündlichen Darmerkrankungen. Häufig verordnete Blutdrucksenker wie Thiaziddiuretika machen die Haut lichtempfindlich und führen zu vermehrtem weissen Hautkrebs.
Besonders bei den oben erwähnten Risikogruppen, aber auch bei der allgemeinen Bevölkerung lässt sich mit konsequenter Prävention der Sonnenschaden der Haut gering halten, um weissen Hautkrebs zu vermeiden. Frühe Formen von weissem Hautkrebs wie aktinische Keratosen, die sich als rötliche Flecken der Haut mit sandpapierartig rauer Schuppung zeigen, behandeln wir noch ohne Chirurgie. Hier bieten sich zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten von Vereisung über Rotlichtbehandlung bis zu selbst durch den Patienten angewandten Gels und Cremen an, die wirksam aktinische Keratosen beseitigen. Die frühe Behandlung von flächigem Sonnenschaden der Haut mit ersten Zeichen von weissem Hautkrebs, der sogenannten Feldkanzerisierung, dürfte zukunftsweisend sein, wie uns erste klinische Studien zeigen.
Auch bei bedecktem Himmel treffen uns noch die Hälfte der sonst vorhandenen UVStrahlen. Der tägliche Sonnenschutz ist daher wichtig. Zusammengefasst kann uns konsequenter Sonnenschutz durch die drei Pfeiler Verhalten, Kleidung und Sonnenschutzcreme vor vorzeitiger Hautalterung und Hautkrebs schützen. Die Mittel sind gut bekannt, jetzt liegt es an uns selbst, sie konsequent einzusetzen.

​Autor

Prof. Günther Hofbauer
Leitender Arzt Dermatologische Klinik‚UniversitätsSpital Zürich
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